M. hat jahrelang Karate geübt. K. hat sich als Aerobic-Trainerin Geld fürs Studium verdient. A. geht klettern (ist seit ein paar Jahren total in Mode). B., C., D., E. und F. gehen laufen (das gehört einfach dazu). Ich bin ein Loser. Ich mache keinen Sport. Ich habe sogar Radfahren verlernt – mit ein bisschen Disziplin geht das.
Dennoch bin ich letztens am Berg gelandet. Es war mehr ein Hügel, aber egal. Der Weg zur Hütte sei ein Familienspaziergang, wurde mir versichert. Es gingen ja auch tatsächlich Jungfamilien mit ihren drei- bis fünfjährigen Kindern rauf, ältere Paare und auch Hochschwangere. Alle, wie es sich gehört, in ihren Goretex-Jacken, den luftdurchlässigen aber wasserabweisenden Hosen, den festen Wanderschuhen und maschinengestrickten Mützen. Und mittendrin ich: mit meinem Alpaka-Mäntelchen, den Stiefeln über der Jeans (ich konnte meine Wanderschuhe nicht finden) und dem Hut, der so wunderbar warm ist.
Kein Wort darüber, wie ich die paar Höhenmeter überwunden habe, wie ich gekeucht habe, wie sehr die noble Blässe im Gesicht einer seltsamen roten Farbe gewichen ist.
Ich bin nun mal keine Jungfamilie, kein Kind, kein älteres Paar und keine Hochschwangere. Ich bin nun mal eine Stadtpflanze. Ich brauche die Natur nicht und auch nicht die körperliche Ertüchtigung. Ich brauche mein Kaffeehaus, mein Lokal, mein Bier und meine Zigarette. Und genau das habe ich mir drei Stunden nach dem Hügelberg im „Engländer“ geholt. Gut, Alkohol mag keine Lösung sein. Aber (Achtung: Lebensweisheit): Sport ist es auch nicht.
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Montag, 7. Januar 2008
Hip sein
Kein Mensch, der hip ist, würde heutzutage „hip“ sagen (abgesehen davon, dass es laut neuer Rechtschreibung mit doppel-p geschrieben werden müsste, und dann würde es „hipp“ heißen). „In“ klingt schon besser, ist aber auch schon veraltet. Doch wer, der älter als 25 ist, kann „krass“ oder „fett“ sagen? Wir bleiben also kurz bei „in“. Wie auch immer, vor kurzem klagte K., dass es schade sei, nicht mehr so hip zu sein wie früher. Damals, als die Veranstaltungen, die in FM4 beworben wurden und zu denen man hingegangen ist, wirklich in waren und du mittendrin im In-Sein. Damals, als einem der „Falter“ sagte, was angesagt ist.
Ich war leider niemals in. Deswegen kann ich es nicht beklagen, dass ich es nicht mehr bin. Das hat was Beruhigendes.
Ich war leider niemals in. Deswegen kann ich es nicht beklagen, dass ich es nicht mehr bin. Das hat was Beruhigendes.
Älterwerden
Ich kann es nicht mehr hören. Dieses Gejejere ums Älterwerden. Wenn du die 30 überschritten hast, kommst du nicht drumherum – weil alle Altersgenossen glauben, du musst das doch auch so empfinden. Die Haut wird schlaffer, die sexuelle Attraktivität sinkt. Blablabla. Schlimm genug, dass sich in der Arbeit S. und M. darüber unterhalten, dass Zur-Maniküre-Gehen ab einem bestimmten Alter notwendiger wird. Aber das Thema verfolgt mich bis an die Bar. Da sitze ich letztens mit O. in einem Lokal. Nein, noch ein Bier geht nicht, höre ich. Und dann kommt’s: Ja, früher, da haben wir viel besser saufen können. Was haben wir für Festl g’schmissn! Früher war der Kater auch nicht so schlimm. Früher sind wir überhaupt viel mehr fortgegangen. Aber jetzt steckt das der Körper nicht mehr so leicht weg. Auf den muss man dafür jetzt besser achten. Es ist ja immer schwieriger, die Figur zu halten. Ach ja, ob ich B. gesehen habe? Gerade von einer Wellness-Kur zurückgekommen. Richtig aufgeblüht. Während ich mir das anhöre, bestelle ich noch ein Bier.
Habe ich schon erwähnt, dass S., M., O. und B. Männer sind?
Im übrigen (Achtung: Lebensweisheit von Karl Valentin): Früher war sogar die Zukunft besser.
Habe ich schon erwähnt, dass S., M., O. und B. Männer sind?
Im übrigen (Achtung: Lebensweisheit von Karl Valentin): Früher war sogar die Zukunft besser.
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